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das biest lebt noch...
stop the bomb
"Wo sind die Antifaschisten?"
Wo sind die Antifaschisten?
Nach Hitler, aber auch nach Pol Pot und dem Völkermord in Ruanda wissen wir, dass jene, die mit Völkermord drohen, nicht immer leere Worte machen. Warum glaubt man in einem Land, das durch die Taten eines Fanatikers an der Macht zerstört wurde, dass die deutsche Erfahrung einmalig war? Dass Ahmadinedschad nicht meint, was er sagt?
Die Erinnerung an die Verbrechen der Naziepoche einschließlich des Holocaust und die Entschlossenheit, den Antisemitismus in all seinen Erscheinungsformen zu bekämpfen, sind seit 1949 konstitutive Merkmale der deutschen Demokratie. Den Mahnmalen, Gedenktagen, Büchern und Filmen über den Nationalsozialismus und den Holocaust nach zu urteilen, ist diese Tradition noch immer fest in der politischen Kultur verankert. Als Historiker dieser Erinnerungskultur weiß ich aber auch, dass von Anfang an die Aufarbeitung des Nationalsozialismus von jenen angegriffen wurde, die „endlich“ einen Schlussstrich unter die Vergangenheit ziehen wollten. Jetzt zeigt sich, dass angesichts des Krieges im Irak, des Terrors radikaler Islamisten und der Gefahr einer iranischen Atombombe in Teilen der deutschen Öffentlichkeit die Gegnerschaft zu den USA und Israel ein beunruhigendes Übergewicht erlangt hat gegenüber der Fähigkeit, neue Formen des Antisemitismus, ja sogar die mögliche Bedrohung Israels durch Massenvernichtungswaffen, zu erkennen und dagegen anzugehen.
Publikationen deutscher Intellektueller, wie etwa „Djihad und Judenhass“ von Matthias Küntzel oder „Halbmond und Hakenkreuz“ von Klaus-Michael Mallmann und Martin Cüppers, haben den Einfluss des radikalen Antisemitismus in Deutschland und Europa auf die Entstehung eines radikalen Islam im Nahen Osten in den 30er- und 40er-Jahren nachgezeichnet. Auch meine eigenen Forschungen zur Verbreitung der Nazipropaganda im Nahen Osten zeigen, dass eine rein eurozentristische Aufarbeitung der Nazivergangenheit die Zusammenhänge zwischen dem Antisemitismus der Nationalsozialisten und dem Antisemitismus der Radikal-Islamisten verkennt.
Bei der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit ging es nie allein darum, wie dieses Erinnern aussehen soll, sondern stets auch um seine politischen Implikationen für die Gegenwart. Die Wiedergutmachung, die Kriegsverbrecherprozesse, aber auch die Außenpolitik gegenüber den Ländern, die von Nazideutschland besetzt worden waren, sowie die Aufnahme besonderer Beziehungen zu Israel waren politische Folgerungen aus dieser Erinnerung.
Als im Frühjahr 2006 der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad drohte, Israel von der Landkarte zu tilgen, und gleichzeitig sein Programm fortsetzte, das auf die Herstellung von Atomwaffen zielte, erwuchs aus dem Anspruch der Vergangenheitsbewältigung für das politische Establishment Deutschlands eine sehr spezifische außenpolitische Frage: Was würde es tun, um den Iran daran zu hindern, sich Atomwaffen zu beschaffen, mit denen Ahmadinedschad seine Drohung in die Tat umsetzen könnte, einen zweiten Holocaust zu begehen?
Zweifellos hat Bundeskanzlerin Angela Merkel seine Drohung in aller Deutlichkeit verurteilt. Dennoch haben die deutschen Medien, die doch sonst viel für die Erinnerung an den Holocaust tun, einen investigativen Journalismus über den Anteil der deutschen Industrie an der Entwicklung der iranischen Nuklearprojekte eher vermissen lassen. Wo, fragt man sich, sind die Recherchen von liberalen und linken Journalisten, die sonst immer kritische Fragen über die Großunternehmen stellen? Warum steht in den traditionellen Organen des deutschen Antifaschismus so wenig über die Möglichkeit, dass deutsche Firmen – wieder einmal – aus Profitinteresse einer Regierung zuarbeiten, deren Chef öffentlich verkündet hat, er wolle Israel von der Landkarte radieren? Offenbar hat die Erinnerung an den Holocaust in Europa heute kaum einen Einfluss auf die Iranpolitik.
Gelegentlich hört man auf beiden Seiten des Atlantiks beschwichtigende Stimmen: Ahmadinedschad stünde nicht im wirklichen Machtzentrum Teherans, oder er stoße solche Drohungen nur aus, um seine Anhänger im eigenen Land gegen innenpolitische Widersacher zu mobilisieren, oder er sei sicherlich nicht so verrückt, Atomwaffen – falls er tatsächlich welche besäße – gegen einen Staat wie Israel einzusetzen, das über ein eigenes atomares Abschreckungsarsenal verfügt. Argumente wie diese habe ich von Politologen in den USA gehört, von denen viele dazu neigen, die Wirkung von ideologischem Fanatismus auf die internationalen Beziehungen herunterzuspielen. Solche Verharmlosungen klingen aber besonders sonderbar, wenn sie in diesem Land laut werden. Das intellektuelle Leben in Deutschland ist ja sonst nicht eben bekannt für seinen heiteren Optimismus. Sowohl das Wetter als auch die moderne deutsche Geschichte tragen dazu bei, dass ein erdenschwerer Pessimismus als eine Art intellektuelles Gütesiegel gelten kann.
Es war der große deutsche Historiker Karl Dietrich Bracher, der uns wiederholt davor warnte, den ideologischen Fanatismus in der Politik zu unterschätzen. Nach Hitler, aber auch nach Pol Pot und dem Völkermord in Ruanda wissen wir, dass jene, die mit Völkermord drohen, nicht immer leere Worte machen. Warum glaubt man in einem Land, das durch die Taten eines Fanatikers an der Macht zerstört wurde, dass die deutsche Erfahrung einmalig war? Dass ein Land außerhalb Europas nicht in der Lage sei, einen Fanatiker dieser Art hervorzubringen? Dass Ahmadinedschad nicht meint, was er sagt? Ein solcher Optimismus zeugt von einem Mangel an vergleichender historischer Vorstellungskraft.
Das ist ein Ausbruch an Provinzialität, der den kosmopolitischen Traditionen dieses Landes widerspricht; mit ihm entfernt man sich auch von der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit, die einen der wichtigsten Beiträge zur Konsolidierung der Demokratie und der Menschenrechte Nachkriegsdeutschlands darstellte.
Aus dem Englischen von Ruth Keen
quelle: welt.de
hypocrisy
Ein Artikel aus der Welt der einigen Leuten zu Denken geben sollte.
Der Iran und die netten Jungs von der CIA
Noch vor Kurzem galt die CIA als ein fragwürdiger Geheimbund. Nachdem sie berichtet hat, der Iran habe sein Atomprogramm eingestellt, hat sich das Image der Organisation auch hierzulande allzu plötzlich verbessert. Dennoch, der Geheimdienstbericht sollten die Haltung gegenüber dem Iran nicht beeinflussen.
Es ist amüsant zu sehen, in welcher Geschwindigkeit sich das Bild der CIA in Deutschland wandelt. Eben erst der Geheimbund des Leibhaftigen, gerade noch ein Reich der Düsternis, steht der amerikanische Geheimdienst im deutschen Weltbild nun auf gleicher Stufe wie die Vereinten Nationen. Bald schon werden die aktuellen Bücher zu den Machenschaften der CIA – es sind gegenwärtig allein dreißig Titel auf dem Markt, allesamt mit grollendem Unterton, versteht sich, – von neuen Studien ersetzt werden. Sie werden das „Schattenreich CIA“ in ein Sonnenland verwandeln.
Nur Präsident George W. Bush bleibt der Darth Vader am deutschen Stammtisch. Er hat, so erzählt man nun fassungslos, bereits im August von seinen braven CIA-Recken erfahren, dass Teheran sein Atomprogramm eingestellt habe. Doch Bush schwieg. Er ließ die Bundeskanzlerin in die Falle tappen, die kurze Zeit später in Texas aufkreuzte und dort härtere Sanktionen forderte. Vielleicht blieb Bush auch deswegen stumm, weil er sein Abwehrschild in Osteuropa noch vor der Nachricht errichten wollte, dass es sich bei Irans „Shahab-3A“ gar nicht um eine neue Mittelstreckenrakete handelt, sondern um ein etwas lautes und großes Eisschrankmodell.
Spaß beiseite: Kaum etwas hat sich durch den CIA-Bericht geändert. In Hochgeschwindigkeit bastelt Teheran an Trägerraketen, die bis 2015 5500 Kilometern weit reichen sollen. Gleichzeitig fragt die Internationale Atombehörde (IAEA) in Wien die iranische Regierung immer noch zu Recht, warum sie über 3000 Zentrifugen verfügen muss, deren Besitz nur dann einen Sinn macht, wenn man damit waffenfähiges Uran herstellen will.
Auch möchte IAEA-Direktor Mohammed El-Baradei wissen, wieso Teheran mit ihm nicht umfassend zusammenarbeitet, wo Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad doch nichts als Frieden will (nachdem er Israel von der Landkarte gelöscht hat).
Kurz und schlecht: Wer den Iran zum Einlenken bewegen möchte, der darf den Druck jetzt nicht lockern. Gleichgültig, was 16 Geheindienste berichten.
Quelle: Welt.de
Das freut den linksliberalen Mob
Das freut den linksliberalen Mob, nein es freut ihn nicht nur, es geilt ihn geradezu auf, er labt und nährt sich am neuesten US Geheimdienstbericht. Eine Phalanx von linksliberalen Schreibtischtätern stürzt sich in den heiligen Krieg gegen Israel und die Vereinigten Staaten. Ob in Standard Kommentarspalten oder in letztklassigen powi blogs, die Mullah Freunde jubeln. Und sie glauben sich im Kampf gegen die amerikanische Weltverschwörung zu befinden. Alex meint gar einziger Rufer gegen die proamerikanische Medienlandschaft zu sein ("Leider entspricht dies auch dem Mainstream in der Medienlandschaft"), denn nur er weiß "Der Iran und seine Führer werden weit überschätzt. Auch sind diese nicht so barbarisch wie weithin angenommen."
Was den Cyberdjihadisten nicht auffällt ist ihre Konformität mit dem Stammtisch-Mob. Ihre Ablehnung alles vermeintlich Amerikanischem, ihr Hass auf Israel, ihre Verachtung der Oper des iranischen Regimes, das alles entspricht dem österreichischen und europäischen Mainstream. Teil einer Bewegung sein, es endlich den Amerikanern heimzahlen, denen man die Befreiung vom Nazismus immer noch nicht verziehen hat, aber gleichzeitig die "gute Sache", den Weltfrieden, und die Public Opinion auf seiner Seite zu haben, das muss ein wahrlich erhebendes Gefühl sein, für Verbalstripper aus dem hintersten steirischen Kaff à la Tom Schaffer.
Geradezu erbärmlich ist es allerdings, wie sie sich alle auf das Papier eben jener Geheimdienste verorten, denen sie eben noch vorgeworfen haben, im Falle des Iraks gelogen zu haben, unfähig zu sein uvm. Siegt Dummheit?
Abbas: Fatah und Hamas gemeinsam gegen Israel
Abbas: Fatah und Hamas gemeinsam gegen Israel
Kaum hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas auf der Nahostkonferenz in Annapolis bekundet, dass sein Palästinenserstaat im Frieden an der Seite Israels leben will, erklärte er nun, dass seine Fatah-Palästinenser an der Seite der radikalen Hamas-Palästinenser kämpfen werden, um einen Angriff Israels gegen Hamas-Terroristen im Gazastreifen abzuwehren. So erklärte Abbas: „Wir werden zusammen mit Hamas gegen Israel kämpfen“.Quelle
wer vermisst saddam?
derStandard.at: Das erinnert sehr an die Argumente vor dem Irak-Krieg, nach dem sich die Massenvernichtungswaffen als Hirngespinst entpuppt haben. Könnte es sein, dass auch der Iran nur eine Show abzieht?
de Winter: Ja, aber auch damals wussten wir nur, dass sich Saddam Hussein so verhielt, als habe er Massenvernichtungswaffen. Er legte nicht den geringsten Beweis vor, dass die Vorwürfe falsch waren. Er trickste und warf schließlich auch noch die UNO-Waffeninspektoren aus dem Land. Bis heute denke ich, dass die Welt ohne Saddam Hussein nicht schlechter geworden ist.
http://derstandard.at/?url=/?id=3129661
Petition: Keine Geschäfte mit den iranischen Mullahs!
Hallo,
Mir liegt unser aller Sicherheit vor nuklearer Bedrohung durch antisemitische und undemokratische Regime sehr am Herzen. Daher habe ich gerade die Unterschriftenkampagne "STOP THE BOMB - Keine Geschäfte mit den iranischen Mullahs" unterzeichnet. Elfriede Jelinek, Alfred Dorfer, Marika Lichter und viele andere sind ebenfalls schon dabei. Der Erfolg dieser Petition hängt wie immer von einer möglichst großen Zahl der UnterstützerInnen ab, daher bitte ich SIE/DICH auch ein Zeichen zu setzen und diese Aktion mit IHRER/DEINER Unterschrift unter http://www.stopthebomb.net zu unterstützen.
Herzlichen Dank und viele Grüße!
Unterschreiben und Weitersagen!
Viel gerühmtes Österreich...
Massengrab unter Grazer Flughafen
Laut Militärhistorikern könnten dort tausende Zivilisten aus der heutigen Ukraine begraben sein
Graz/Wien - "Eine ganz, ganz heiße Sache", sagt der ehemalige Bundesheer-Oberst Manfred Oswald. "Sehr sensibel", befindet auch der Militärhistoriker des Verteidigungsministeriums, Matthias Hoy.
Es soll das größte Industrieprojekt der Steiermark der Nachkriegsgeschichte werden. 400 Millionen Euro sind für den Aufbau eines steirisch-ukrainischen Flugzeug-Werkes am Grazer Militärflughafen Nittner, der verkauft werden soll, projektiert. Es ist geplant, das Transportflugzeug Antonov hier auf dem Areal des an den Zivilflughafen Thalerhof angrenzenden Militärbereiches umzurüsten.
Vieles ist noch in Schwebe, doch womit bisher niemand gerechnet hat: Die Geschichte könnte dem Millionen-Vorhaben eines österreichisch-ukrainischen Konsortiums einen Strich durch die Rechnung machen. Militärhistoriker wie Ex-Oberst Oswald, der seit langem in Sachen Thalerhof forscht - aber mittlerweile auch das Verteidigungsministerium selbst - schließen nicht aus, dass sich dort, wo das Industrieprojekt entstehen soll, ein Massengrab mit Überresten von tausenden Zivilisten aus der heutigen Ukraine befinden könnte, die Kriegsverbrechen im ersten Weltkrieg zum Opfer gefallen sind.
Das erste KZ
Die Tragödie, die sich vor 90 Jahren am Grazer Flughafengelände Thalerhof ereignet hatte, hat weit größere Dimensionen, als bisher bekannt. Tausende Altösterreicher aus der heutigen Ukraine - so genannte Ruthenen -, denen die k. u. k. Armeeführung "Russenfreundlichkeit" unterstellt hatte, wurden ab 1914 von der damaligen russischen Grenze nach Graz auf das Gelände des späteren Flughafens deportiert. Bis zu 30.000 Ruthenen, darunter Frauen und Kinder, wurden hierher verschleppt. Sie mussten im September/Oktober 1914 unter freiem Himmel ausharren, wegen der katastrophalen hygienischen und sanitären Verhältnisse starben gleich zu Beginn hunderte Menschen an Cholera und Flecktyphus. Sie wurden vor Ort verscharrt.
Verschiedene, bisher kaum beachtete historische Befunde sprechen vom ersten KZ Europas. Entweder kurz vor oder kurz nach Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde ein Teil der Gebeine ausgegraben und in einen Karner (Beinhaus) im der angrenzenen Gemeinde Feldkirchen gebracht. Von 1767 Menschen ist dort auf einer Tafel zu lesen, wie viele es tatsächlich sind, wisse niemand, sagt Feldkirchens Bürgermeister Adolf Pellischek.
Spitze des Eisbergs
Was sich im Karner befinde, sei "nur die "Spitze des Eisberges", sagt Ex-Oberst Oswald. Anhand nun vorliegender Unterlagen müsse man davon ausgehen, dass nach wie vor tausende Tote aus dem damaligen "Ruthenen-Internierungslager" auf dem Gelände des Militärflughafens begraben liegen. Oder aber: Flugaufnahmen aus US-Geheimdienstquellen von 1944 deuten darauf hin, dass sich der Großteil des Massengrabes womöglich sogar am angrenzenden Zivilflughafen Thalerhof befinden könnte. Nicht ausgeschlossen dass täglich Flugzeuge über die alten Gräber rollen.
Oswald: "Es wäre das Mindeste, dass endlich geklärt wird, was sich unter dem Flughafen verbirgt." Eine Frage der Pietät sei es zudem, da ausgerechnet ein ukrainisches Unternehmen hier eine Industrieanlage errichten will.
Plötzlich konfrontiert mit diesem schwarzen Kapitel österreichischer k. u. k. Geschichte wurde jetzt auch der Grazer Stadtschreiber Nazar Hontschar aus Lemberg, der für ein Jahr als literarischer Gast hier in der Landeshauptstadt wohnt und arbeitet. Hontschar erfuhr, dass sein Großvater ebenfalls mit großer Wahrscheinlichkeit unter dem Flughafen begraben liegt. (Walter Müller, DER STANDARD - Printausgabe, 30. November 2007)
29. November 2007
Dieses Kapitel der k.u.k. Geschichte wird in der österreichischen Geschichtsschreibung bisher beharrlich ausgespart. Auch die Filmindustrie beschränkt sich auf Franzl und Sissy Romantik. Dass ebendieser Franzl auch das erste KZ Europas errichten ließ, sollte allen k.u.k. RomantikerInnen zu Denken geben. Wahrscheinlich wird auch dieses unangenehme Kapitel einfach unter den Teppich gekehrt. Kennen wir ja in Österreich.
antiimps im gleichschritt
konkurrenzfaschismen
veranstaltungen
Freitag 23. November 2007, 19 Uhr
Zur Aktualität des Nazismus
Vortrag und Diskussion Graf Hugo,
Feldkirch Luis Liendo EspinozaSamstag 24. November 2007, 15 Uhr
Antisemitismus. Nationalsozialismus Seminar
(bitte unter antifa-on@hotmail.com anmelden)
Graf Hugo, Feldkirch
Luis Liendo EspinozaMontag 26. November 2007, 19 Uhr
Zur Aktualität des Nazismus
Vortrag und Diskussion Universität, Innsbruck
Luis Liendo Espinoza
Quelle: antifa-on.org
islam powered by kath. kirche
die antizionistinnen vom watchblog islamophobie feiern die querfront zwischen mohammedanern und christen in norditalian ab. zur großen trauer des wi publikums, das sich gleichermaßen aus religiösen und linken spinnern zusammensetzt, hat ein bischof der lustigen pjamaparty in der katholischen turnhalle ein ende gesetzt.
user pandora66 bringt das stimmungsbild der islamophilen auf den punkt:
Schade, dass er [Anmk.: der kath. pfaffe] sich dem Druck der öffentl. Meinung gebeugt hat. Sonst wäre er wirkl. der erste Che Guevara der kath. Kirche gewesen und ich hätte mir mein T-Shirt mit seinem Konterfei bedrucken lassen. Viva la revolucion!
coming soon...
Die allseits abgefeierte Grafik gibt's übrigens bald als Sticker. Freut euch drauf.
merci
die kritik der waffen
Nach einer Idee von mané...
da habt ihr
Das Watchblog Islamophobie wünscht sich einen speziell muslimischen Preis: Ich schlage die goldene Ziege vor.
Und "laraxy" (der kommentator unter dem posting) könnte gleich der erste Preisträger werden: Antisemit, Antizionist und islamophil dürfte er ja sein.
Die Liga der unglaublichen Proleten
Die antisemitischen Spacken vom Arbeiterinnenstandpunkt haben sich in "Liga der sozialistischen Revolution" umbenannt. Ihr Statement dazu könnte lächerlicher nicht sein. Stalinistische Realsatire pur:
Wir leben in einer Phase des sich immer rascher verschärfenden Klassenkampfes: Imperialistischer Krieg, zunehmende Kluft zwischen dem Reichtum imperialistischer Länder und der schreienden Armut der sogenannten Dritten Welt (der Halbkolonien), der wachsende Wohlstand einer Minderheit der Bevölkerung, der KapitalistInnen auf Kosten der Lohnabhängigen, dramatische Veränderung der Umwelt durch die kapitalistische Plünderung der Natur und mit all diesen Gründen einhergehend eine Zunahme der Migration – eine wie Lenin es beschrieb „vom Kapitalismus verursachte Völkerwanderung“ – und der gleichzeitig wachsende Rassismus gegen MigrantInnen.
Wer sich mehr von diesen Ergüssen geben will, bitte sehr...
Leseliste
Broders "Der ewige Antisemit" liegt derzeit auf dem Nachtkästchen. Kann ich jedem ders eh noch nicht kennt nur empfehlen.
Und als Fiction Gegenpol "Saturday" von Ian McEwan.
Türkischer Überfall auf kurdisches Lokal
Wenn in Innsbruck im "heiligen Land Tirol" 3.500 Personen auf die Straße gehen, dann ist entweder irgendein Katholen Festtag oder türkische Immigranten demonstrieren "gegen den Terror". Mit dem Terror war natürlich die kurdische PKK gemeint. Diese meinte man in Innsbrucker MitbürgerInnen mit kurdischem Background verorten zu können. Im Anschluß an die Demo kam es zu einem Überfall auf ein kurdisches Lokal:
Die Schlägereien brachen dann später in der Andreas Hofer Straße beim "Kurdischen Volkshaus" aus. Dutzende Männer waren dort aufmarschiert. Sie hatten es auf die Menschen im Lokal abgesehen, schildert Einsatzleiter Reinhard Moser von der Innsbrucker Polizei.
An die 100 Personen waren dann an der Auseinandersetzung beteiligt, die Angreifer waren dabei in der Überzahl. Bretter und Eisenstangen waren als Waffen im Spiel. Die Polizei musste mit dutzenden Einsatzkräften - teilweise mit Helmen, Schutzschilden und Schlagstöcken ausgerüstet - dazwischengehen, um Schlimmeres zu verhindern. Rund um das Vereinslokal wurden die Straßen komplett gesperrt, die Streitparteien getrennt.
Quelle: http://tirol.orf.at/stories/231973/
Der Angriff war derart massiv, dass die ganze Straße gesperrt werden musste. Aus Angst vor Beschädigungen wurden die Straßenbahnen vorübergehend eingezogen.
Einen Videobericht gibt's hier: http://your.orf.at/bheute/player.php?id=tir&day=2007-10-29&offset=00:05:18
Al Kaida in der Volksschule
Was man im islamischen Religionsunterricht an österreichischen Schulen nicht alles lernt:
Man kann der Islamischen "Glaubensgemeinschaft", die hierzulande das alleinige Recht zur Auswahl ihrer Religionslehrer hat, gar nicht vorwerfen, dass sie ihre Absichten verbergen will. Denn im offiziellen Lehrplan für den Islamischen Religionsunterricht aus dem Jahr 1983 sind alle ideologischen Anliegen eines politischen Islams aufgelistet. Als offizieller Lehrinhalt findet sich da: "die islamische Staatsordnung" (als ob es eine katholische oder protestantische oder jüdische Staatsordnung gäbe); oder die islamische "Familienordnung" und "Gesellschaftsordnung"; oder die "Merkmale der islamischen Gesetzgebung: Aufgrund der genauen Befolgung des Koran und der Sunna im Zivilrecht, im Strafrecht, im Verfassungsrecht, im Völkerrecht."
Mit anderen Worten: An österreichischen Schulen wird von völlig unkontrollierten Lehrern nichts anderes als die volle und ganze Scharia gelehrt. Und das mit voller Absegnung durch den Lehrplan, während sich die Politik über die Reden netter islamischer Funktionäre freut, dass derzeit keine Einführung der Scharia verlangt werde. Sie wird halt nur gelehrt.
Andreas Unterberger in der Presse.
so so la la
10 years later: Franz Fuchs entpolitisiert II
..und die muntere Entlastung des neonazistischen Mörders Franz Fuchs geht weiter:
Zwar richteten sich Fuchs' Brief- und Rohrbombenattentate gegen Roma und Sinti und gegen "ausländerfreundliche" Personen. Primar Haller sieht in ihm dennoch nicht den typischen Terroristen: Fuchs habe keine wirkliche Ideologie gehabt. Seine Motive seien nicht politisch, sondern persönlich und krankhaft gewesen.
Das sind die Aussagen eines Mannes der als großer Star der österreichischen Psychiatrie gilt. Reinhard Haller attestiert dem rassistischen Mörder Fuchs nicht nur "keine wirkliche Ideologie gehabt" zu haben, sondern auch noch ein Genie gewesen zu sein:
Dieser sei ein Genie gewesen, dessen Genialität nur leider in die falsche Richtung gegangen sei, nämlich in die kriminelle.
Kein Wunder, dass das rechte Stammpublikum von orf.at ob solcher Berichte jubiliert. User waldirei meint:
Leider kein ideologisch rechter Terror, und leider nur ein Einzeltäter...
Das wollten damals so manche gar nicht schlucken und wollten viel lieber eine ideologische rechte Terrorarmee sehen.
Das hätte diesen nämlich besser in den Kram gepasst.
Und andere verorten gar eine große Verschwörung der "linken Reichshälfte". Etwa user Jossfritz:
Wer aber waren die am anderen Ende des Drahtes?
Man darf das alles ja nicht so eindimensional sehen.
Die Zeiten waren schlecht für die Linke, Haider schnalzte nach oben, dass jedem Sozi nur schlecht werden konnte, dann die "Hilfstruppen" zur rechten Zeit aus dem Ernst-Kirchweger-Haus (die FPÖ ging nur knapp an einem Verbot vorbei), die allerdings wie Fuchs endeten - alles sehr merkwürdige "lockere Verbindungen".
Dass sich die jeweiligen Hintermänner solcher Leute bedienen (siehe US-Botschaft) ist ja nichts Neues.
Alle Zitate: vorarlberg.ORF.at "Haller: Fuchs war kein typischer Terrorist"
Elfriede Jelineks Kommentar zu den OMV Deals
Das totalitäre Regime, das den Iran zur Zeit anführt, scheint zu glauben, mit Propaganda alles erreichen zu können, und seine politische Führung will der Welt weismachen, er spreche im Auftrag des gesamten iranischen Volkes, und Volkes Stimme sei selbstverständlich Gottes Stimme, und genauso selbstverständlich spreche Gott nur zum iranischen Volk, das als einziges Gottes Sprache verstehen könne, – also aggressive Propaganda und Volksverhetzung unter Berufung auf ausgerechnet einen angeblich gerechten Gott, mit der aber gleichzeitig jede menschliche und zivilisatorische Norm außer Kraft gesetzt wird, weil es keine Berufung dagegen gibt, während man zynischerweise Rechtschaffenheit und die Einhaltung internationaler Normen nach außen hin ständig mit der Miene des heuchlerischen, aber von sich überzeugten Frömmlers behauptet. Der iranische Staatspräsident Mahmoud Ahmadinejad macht durch ekelerregende antisemitische Ausfälle von sich reden und gibt dabei auch noch vor, im Namen seines ganzen Volkes zu sprechen. Aber er lässt es mit Drohungen und Ausfällen, als wären die nicht schon schlimm genug, noch nicht bewenden, er will Israel „ausradieren“, auch mit Hilfe atomarer Waffen. Die OMV sieht in einem Staat mit einer derart selbstmörderisch-sendungsbewussten, zur Vernichtung eines anderen Staates entschlossenen Führung einen „idealen Partner“ für ihre Geschäfte. Es sieht ganz so aus, als wollte Österreich sich geradezu vordrängen, um eine Drehscheibe für Handel, aber leider nicht: Wandel, mit diesem antisemitischen und totalitären Regime des Iran zu werden. Geld stinkt ja nicht, Öl schon, aber offenbar nicht für alle, doch in mehreren Abkommen will die OMV ihre Gas- und Öl-Geschäfte mit dem Iran sogar noch intensivieren und vertiefen. Ich möchte mich all denen anschließen, die sich mit Nachdruck gegen solche „ungesunden“ Geschäfte verwahren. So wie ein militärischer Schlag gegen den Iran für mich ausgeschlossen werden muss, weil die Bevölkerung dieses Landes sich von seinen schiitisch-fundamentalistischen Usurpatoren mit Sicherheit selbst befreien wird können, so absurd scheint es mir, nur wegen erhoffter guter Geschäfte die Schlüsselindustrie eines solchen Regimes zu fördern. Damit würde wirklich die Büchse der Pandora aufgeschlossen. Etwas Entsetzliches würde dabei herauskommen.
Quelle: Illustrierte Neue Welt
Da Jelinek einen militärischen Schlag gegen den Iran ablehnt, da sie glaubt die Menschen im Iran seien selbst in der Lage sich zu befreien, wurde diese Grußbotschaft auf der Demo letzten Sonntag nicht verlesen. Ein strategischer Fehler wie mir scheint.
Antifa:ON Erklärung zur Pro-Iran Kundgebung
Stellungsnahme der Antifa:ON zur antiimp Kundgebung für den Iran:
Liebe antiimperialistische Arschgesichter!
Es verwundert uns geradezu, dass politischer Irrsinn, wie auch ihr ihn täglich praktiziert, in Österreich keine Massenbasis findet. Nein ehrlich, euer lächerliches Häufchen von Internationale-Entwicklung StudentInnen, ProvinzrevoluzzerInnen und sonstigen AntisemitInnen, österreichischer wie arabischer Provinienz, war beinahe bemitleidenswert. Eigentlich wären eure antisemitischen und völkischen Positionen doch durchaus mehrheitsfähig im postnazistischen Österreich. Doch Herr und Frau Österreicher scheinen den Schmied (Nazis, Islamisten und etablierte rechtsextreme Parteien) dem Schmiedl (Pröbsting, Langthaler und andere hässliche Gestalten) vorzuziehen. Pech gehabt.
10 years later: Franz Fuchs entpolitisiert
Franz Fuchs war kein Rechtsextremer. Die Gründe: Er war hochintelligent, arbeitslos, Sozialversager und Jungfrau.
Das eine schließt doch das andere nicht aus wirst du jetzt sagen. Aber nein, die ORF Expertenrunde nannte genau die letztgenannten Dinge als Gründe für die von Fuchs begangene Briefbombenserie, welche 4 Todesopfer und 15 Schwerverletzte forderte. Nicht etwa rassistisches und neonazistisches Gedankengut, wie es von Fuchs u.a. in seinen Bekennerschreiben offen dargelegt wurde, sondern die zahlreichen Kränkungen und Enttäuschungen hätten ihn entschieden zu diesen Taten bewegt. Das meinten jedenfalls Psychiater Reinhard Haller und der Rest der Diskussionsrunde im Staatsfernsehen unisono. Altbürgermeister Zilk, selbst ein Opfer des Bombers, fühlte sich gar bemüßigt eine Parallele zu Adolf Hitler herzustellen: Dieser sei ja auch ein talentierte Künstler gewesen, aber an der Kunstakademie gescheitert.
Na klar, am Ende war dann auch Hitler kein Nazi, sondern nur ein armer ungerecht behandelter Irrer. Und damit wird dann ja auch alles irgendwie verständlicher...
Oder doch nicht? Wenn jeder sexuell frustrierte Technikstudent, jeder drittklassige Pinselkleckser und jedes steirische Brillentragende Muttersöhnchen ähnlich agieren würde, dann wäre Österreich eine einzige Nation von Briefbomben-Mördern und großdeutschen Diktatoren.
Selbstverständlich wurden die Taten des Fuchs von allen Diskutanten auf's Schärfste verurteilt. Die wahren Hintergründe, nämlich Xenophobie, ein rassistisches, antisemitisches Weltbild und Neonazismus wurden aber gekonnt verschleiert. Wenn diese in der zweiten Republik in ihrer Brutalität einmalige Anschlagsserie nichts war als die Tat eines psychisch Gestörten, dann braucht man sich auch mit dem eigentlichen Problem, nämlich einer im postnazistischen Österreich ungebrochenen Tradition von Rassismus und Antisemitismus, welche letztendlich in der Vernichtung des Hassobjektes kulminiert, beschäftigen.
Al Kaida Reloaded
Politologe Georg Schöfbänker im Standard über die neuen Al Kaida Videos und deren politischen Hintergrund:
Aber auch in diesem Zusammenhang sind zwei verschiedene politische Motive zu unterschieden: vom Kern der Al Kaida seit den späten 1980ern immer wieder den Abzug der Amerikaner aus der Einflusssphäre des islamisch-arabischen Raums gefordert. Das ist das realpolitische Ziel. Das utopisch wahnsinnige Ziel ist hingegen die Errichtung eines Kalifates. Und das ist auch die Klammer, bei der sich die Ideologen wieder treffen.
indian movie
HC Strache und die starken Männer
Heinz Christian Straches Rolle als Chef der FPÖ ist wohl bekannt. Zwischen seinen diversen brauen Rülpsern und ORF Sommergespräch-Auftritten ist der gute Mann aber derzeit hauptsächlich damit beschäftigt seine Haut zu retten. Anfang diesen Jahres gelangten Fotos an die Öffentlichkeit die Strache Anfang der 90er bei Wehrsport-ähnlichen Übungen zeigten. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich dabei um eine Gruppe im Umfeld des österreichischen Neonazis und verurteilten Holocaust-Leugners Gerd Honsik handelte. Auch familiär hatte Strache beste Kontakte zur rechtsextremen Neonazi-Szene. Ende 80er, Anfang 90er war er mit der Tochter des NDP (Nationaldemokratische Partei, Aufgelöst 1988 wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung) Gründers Norbert Burger liiert.
HC weist den Vorwurf Kontakt zu Rechtsextremisten gehabt zu haben weit von sich. Er sei niemals Mitglied in einer einschlägigen Vereinigung gewesen und seine Waldspielchen seien reine Lagerfeuerromantik und Gotchaspiele gewesen.

Doch die Vergangenheit scheint Strache mittlerweile eingeholt zu haben. Die Tageszeitung Österreich kramte ein Bild hervor, dass HC Bei einer Veranstaltung der neonazistischen Wiking-Jugend zeigt. Strache klagte und verlor trotz toller Verteidigungslinie:
Der FPÖ-Chef gab nach der Verhandlung zu, Kontakt zur "Wiking Jugend" gehabt zu haben. Er sei allerdings mit keiner verbotenen Organisation in Berührung gekommen. Er habe auch keine strafbaren Handlungen gesetzt, so Strache.[...]
Strache erklärte heute, zu Silvester 1989 an der deutsch-deutschen Grenze an einer Aktion teilgenommen zu haben, bei der auch Mitglieder der Organisation anwesend gewesen seien. Ziel der Versammlung sei es gewesen, DDR-Bürgern "Care-Pakete" über die Grenze zu reichen. Danach will Strache mit der "Wiking Jugend" nichts weiter zu tun gehabt haben. Er wisse auch nicht, was mit der Bewegung passiert und wieso es zur Auflösung gekommen sei.
Quelle: DerStandard.at
HC Strache als Krisenhelfer in der Not. Natürlich.
Aber es kam noch schlimmer für HC. Während seine Kameraden auf den im Frühjahr aufgetauchten Bildern immer nur verpixelt und unidentifizierbar publiziert wurden, wurden vor Gericht nun die Teilnehmer identifiziert.
Die Jüdische schreibt dazu:
Laut den Aussagen der Zeugen befinden sich auf den Fotos - exakt wie von "ÖSTERREICH" berichtet - die prominenten heimischen Neonazis Andreas Thierry, Jürgen Hatzenbichler, Marcus Ullmann und zahlreiche weitere Vertreter des rechtsextremen Lagers.
Vor allem Andreas Thierry, der enge Kontakte zu Gert Honsik unterhielt, gilt neben Gottfried Küssel als Schlüsselfigur der rechtsextremen Szene und der "Nationalen Front".
Nicht nür für die Tageszeitung Österreich dürfte mittlerweile feststehen:
Strache eindeutig Teil der rechtsextremen Szene Österreichs
innsbronx™ videocharts #1
Die inoffiziellen innsbronx™ Videocharts vom 22. August.
Okay fangen wir hinten an...
6. Klaxons - Gravity's Rainbow Heuer ist eine neues Video für Gravity's Rainbow rausgekommen, das Alte kann aber mehr.
du kotzt mich an
"Hilfe! Linke sind hinter mir her.."
Gastbeitrag von Pater Johannes aka Siggi
Part 1.
"Hilfe! Linke sind hinter mir her.." - Pater Johannes, Siggi
Vier Tage sind vergangen, seit dem Antifa-Camp in Oberhausen. Ein kleines Camp, irgendwo in Westdeutschland, kaum der Rede wert und normalerweise kein Grund für die Linke etwas von sich zu geben. Man hat genug eigene Probleme: "Militaristische Bunker" ,die pink gestrichen werden müssen, Vorträge über den Anbau von Soja in der eigenen WG und "Boykottiert Coca Cola" Aufkleber, mit denen man den eigenen Kiez antikapitalistisch halten möchte. Vielleicht auch nur mal mit Fritz und Uschi im lokalen AZ bei zapatistischem Kaffee und Gemüsebrei entspannen. Die Volxküche beginnt in 10 Minuten, das Volk ist hungrig, und Fleisch ist Mord. Es bleibt also nichts anderes übrig als auf die Pampe zu warten, die einem gleich serviert wird. Plötzlich kommt "Tom", Hobbyschläger und Antikapitalist. Er scheint aufgebracht, so verstört, dass er kaum die Bionade festhalten kann. Weil Tom zwar nett ist, aber blödes Zeug redet, überzeugt man sich lieber selber und geht an den nächstbesten PC, in Voraussicht, dass man auf die Vokü-Grütze auch verzichten kann, und sich am späten Abend heimlich eine Pizza in den Ofen schiebt.
www.google.de - - Antideutsch - Podiumsdiskussion - Oberhausen..
Plötzlich verschlägt es einem die Sprache: "Islamisten tritt man nicht auf die Füße, sondern ins Gesicht!" Darüber ein merkwürdig aussehender Typ mit Perrücke und Sonnenbrille. Rassismus! schreit eine Stimme im Kopf..
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Sicherlich wird in den nächsten Tagen der Audio-Mitschnitt der Podiumsdiskussion aus Oberhausen veröffentlicht und eine Welle der Empörung durch die beteiligte Linke gehen. Bereits jetzt sind mehrere "Blogs" vollgetextet, im Anti-Defamation-Forum vermehrte Beiträge zum Thema zu finden, und was mich besonders erstaunt: Eine Gewaltdrohung gegen mich. Irgendein Kuchen aus Göttingen möchte mich verprügeln, sollte ich mich in seine antifaschistische Stadt begeben. Weil das Thema also keinen Aufschub duldet, und sogar mitlerweile irgendeine Person in meinem Namen schreibt, kommt nun mein Text, vom wahren "Siggi", zur Podiumsdiskussion in Oberhausen:
( Die Audio Aufnahme muss sich schon jeder selbst antun, daher werde ich lediglich Dinge zu bestimmten Teilen der Diskussion ansprechen, ohne zu erzählen, was sich nun dort abgespielt hat. Im Blog von "Riot Propaganda" (?) kann man sich das ganze dann saugen.. )
Die Diskussion begann mit der Einleitung der Moderation, dass jede der 3 beteiligten Personen kurz die eigene Position wiedergeben sollte. Als erstes lag es an Tom, seinen Standpunkt darzustellen. Weil Tom die eigenen Inhalte scheinbar egal wahren erzählte er einfach mal was er und seine deutschen Freunde so alles in Heiligendamm praktiziert hatten. Das interessierte leider nicht mal einen kleinen Teil der Zuhörerschaft, und während Tom sich nach und nach weiter blamierte, kam mir der Gedanke, dass man ihn auch hätte durch ein Stück Brot austauschen können. Das schaut zum einen lustiger aus, und zum anderen hätten die beiden anderen Diskutanten mehr Zeit für sich gehabt. Irgendwann im Verlauf der Diskussion kam ich dann auf die unproduktive Idee, Tom danach zu fragen, ob ihm nicht doch reaktionärer Protest beim G8 aufgefallen sei. Nun muss man dem guten Tom zu Gute halten, dass er mit so einer Frage nie in seinem Leben gerechnet hatte. Wer kann schon erwarten, dass ernsthaft jemand auf die Idee kommt, einen Vertreter der No-Globals zu fragen ob er "reaktionären Protest" bemerkt hätte. Eben so hätte man einen Nazi auf einer NPD Demo fragen können, ob ihm in letzter Zeit eine Horde von Spinnern begegnet ist. Tom wusste gar nicht was los war. Es gibt ein altes Sprichwort: "Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr." Tom hatte keinen reaktionären Protest bemerkt. Er saß nur friedlich auf einer Parkbank in Rostock..
Am Ende meiner Frage bzw. Bemerkung gegenüber Tom, kam dann der Satz "Diesen Islamisten, diesen Antisemiten, tritt man nicht auf die Füße, denen tritt man ins Gesicht." Ich habe mittlerweile schon vernommen, dass bestimmte Personen mir nun vorwerfen es würde sich bei mir um einen Rassisten handeln. Eigentlich wäre es mir egal, was sich der eine oder andere Linke alles herbeifantasiert, aber in diesem Fall möchte ich doch kurz eine Bemerkung anbringen: Wer Kritikern des antisemitischen, nationalistischen und faschistischen, wie auch sexistischen Islamismus, vorwirft, sie würden sich auf einer Stufe mit Rassisten begeben, sinnentleert nicht nur den Begriff das "Rassismus" im Ursprünglichen Sinne. Er stellt sich auch hinter jene Mörderbanden, die tagtäglich Millionen von Menschen unterdrücken, und durch die rassistische! Freikarte linker "Antirassisten" die Nazis des neuen Jahrhunderts stellen (können).
Aber Tom war eher ein zweitrangiges Problem. Sozusagen die Comedybeilage zur Diskussion zwischen Alex Feuerherd und Phillip aus Frankfurt. Immer wenn die Diskussion gerade der Gefahr lief entgleisen zu können, holte der Moderator die Witzfigur aus Düsseldorf hervor, und alle konnten sich köstlich amüsieren und abreagieren.
Neben Tom gab es nämlich, wie schon erwähnt, den Phillip. Es scheint mir unnötig darauf eingehen zu müssen, was Phillip unter der, so wie er es sagt, "Israelfrage" versteht. Vielleicht die antizionistische Variante aus Frankfurt zur Judenfrage..
..man weiß es nicht. Viel mehr interessierte es mich, warum mich Phillip, wie ein zweitklassiger Motivationstrainer, dazu anstiften wollte, mich an seinen Ehrenrettungsversuchen der Linken zu beteiligen.
Ich hatte in der Protestwoche tatsächlich bessere Dinge zu tun, als mich auf diese absolut widerliche Veranstaltung zu zwingen. Schon mein Bild von diesen kaputten Camps die dort errichtet wurden, schreckten mich ausreichend ab. Statt zu später Stunde zugucken zu dürfen, wie betrunkene Punker sich gegenseitig die Zelte vollkotzen, und irgendwelche linken Ökogruppen um 2 Uhr Morgens ihre Gitarren anstimmen, lag ich bei meinem Kollegen zu Hause auf dem Sofa und schaute mir amüsiert die Live-Übertragung an. Schon am Abend zuvor lief auf Sat 1 ein kranker Film über den G8. Eine Frau aus einer verwarlosten Berliner WG, lernt einen netten Mann kennen, der am nächsten Wochenende nach Heiligendamm fährt. Und als man gerade noch hoffte, es würde sich bei dem Herrn um einen Protestler handeln, wird jedes erwartete Klischee bedient. Er nimmt am G8 teil. Ein Liebeskonflikt, geschmückt mit politischer Auseinandersetzung ist vorprogrammiert. Die "Frau vom Volke" vs. der"Aktentaschenmann".
Im Verlauf des Films kann man wunderbar erleben, wie eine deutsche "Kritik" am Kapitalismus aussieht. "Wenn nur jeder Europäer morgens einen Kaffe weniger trinkt, gibt es praktisch keine Armut mehr." , oder so ähnlich.
Das stimmt zwar nicht, aber ist auch nicht weniger absurd als die Vorstellung einiger Wursthaarträger, sie würden eine "Klimakatastrophe" verhindern, wenn sie nur 2 mal die Woche ihr Klo spülen. Leider bleibt es nicht bei einer unzutreffenden Behauptung. Immer wieder erzählt der Typ im Film wie man
seiner Meinung nach "die Armut" bekämpft. Mal liegt es daran, dass die Europäer zu häufig pupsen, dann sind es Kosmetikbesuche, oder einfach mal die Zigarette nach dem Sex. "Mehr Geld für Afrika" heißt das Motto, unter dem ein Großteil der No-Globals, Herbert Grönemeyer und anderes G*s*nd*l sich für die "Bekämpfung der Armut" einsetzen. Das scheint auch das zentrale Thema der Sat 1 Abendkomödie zu sein.
Dass von diesem "Geld für Afrika" korrupte Regimes finanziert werden, das ständige Morden in Afrika weitergeht und sich an den Demokratiedefiziten überhaupt nichts ändert, ist den ProtagonistInnen dieser Vorführung genauso scheiß egal, wie die Tatsache, dass nichts von den vorgetragenen Peinlichkeiten auch nur ansatzweise etwas mit der Kritik der politischen Ökonomie gemein hat.
Aber zurück zur Diskussion. Alex Feuerherd hatte ein paar tolle Beiträge die mir gefielen.
Phillip hingegen hatte seine Höhen und Tiefen. Mal erklärte er sehr zutreffend die Probleme bei den Protestlern, dann machte er wieder einen Sturzflug und landete bei der "Israelfrage" oder der Behauptung, die deutschen Stalinisten hätten Nazi-Deutschland besiegt. Aber einen Vorschlag von Phillip möchte ich begrüßen.
Bei der nächsten Veranstaltung gilt es durchaus, auch für antideutsche KritikerInnen, dort hinzufahren. Auf eine Demonstration gegen die Protestler. Es bleibt dann lediglich die Sache des "Ums-Ganze..." Bündnisses, zu entscheiden, wo sie sich lieber hinbegeben. Eines ist klar: Auf einer Demo gegen die Protestler müsste die Antifa Frankfurt und ihr Bündnis auf eine Menge Gruppen verzichten. Die AAH aus Hannover, die wohl eher versehentlich in's Bündnis gerutscht ist, oder andere Gruppen wie die Redical M, die sich NIE von der Restlinken trennen könnten ( ohne sich aufzulösen ). Masse oder Klasse, ihnen bleibt die Wahl..
hc back to the roots

H.C. Strache (Bundesparteiobmann der FPÖ) verteidigt die alten Gesinnungsgenossen:
„Nicht jeder Kriegsteilnehmer hat ein Verbrechen begangen. Und es war auch nicht jedes Mitglied der Waffen-SS ein Verbrecher.“
und schreckt auch vor folgender Geschmacklosigkeit nicht zurück:
„Also bitte, lesen Sie sich doch israelische Militärbücher durch, dort wird heute die Waffen-SS als eine der Eliteeinheiten erwähnt, eine Einheit, die vorbildhaft für die israelische Militärausbildung sein soll.“
Die gesamte Story gibt's bei Instant Coffee (cc).
Passend zum Thema der folgende Buchtipp:
Der Schoß ist fruchtbar noch...
NSDAP (1920 - 1933) - FPÖ (1986 - 1998). Kontinuitäten, Parallelen, Ähnlichkeiten
Herausgegeben von der Grünalternativen Jugend Wien, geschrieben von Christian Gratzer. Schon einige Zeit her, dassich es gelesen habe, hab's aber durchaus positiv in Erinnerung. Gibt's u.a. im Anarchia Versand um 3€ (zzgl. Versand).
Eigentor
Wäre es tatsächlich rassistisch, einem bekannten Blogger ein gestörtes Verhältnis zu Nutztieren zuzusprechen, dann hätte tenpounds diesen Rassismus mit seiner lustigen Collage hübsch reproduziert. Garniert mit einem Schuß Homophobie und beklatscht von der linken Blogosphäre.
Welche Ironie ;-)
Apropos:
Den Podiums-Disku-Mitschnitt gibt's jetzt bei riotpropaganda.
sommer, sonne, siggi
"Islamisten tritt man nicht auf die Füße, sondern ins Gesicht"
Sommer, Sonne, Antifa oder Backstein, Vokü, Assipunks. The one and only Antifacamp ist vorbei und es liegt an mir, nach 12 Stunden Zugfahrt mit den notorisch verspäteten Regionalzügen der DB, eine vorläufige Bilanz zu ziehen:
a) Das Vokü-Essen sah gewöhnungsbedürftig aus, war zu allem Überdruß auch noch vegan, schmeckte aber trotzdem.
b) Es ist wirklich an der Zeit, dass Punk stirbt.
c) "beste Realsatire dank der Podiumsdiskussion" (Zitat riotpropaganda). Alex Feuerherdt vs. Vereinigte Deutschlinke (bald auch zum nachhören)
d) Spannende Gespräche unter anderem über die Sexualpraktiken eines allgemein geschätzten Lieblings der Blogosphäre ...

e) Viel Club-Mate, viel Traugott Simon, coole parties und jede Menge nette, neue Bekannte!
Bis zum nächsten Mal ;-)



