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Eine Fußnote des antisemitischen Terrors

Reinhard Pitsch umgibt sich gern mit dem nebulösen Schimmer des Intellektuellen. Dass er heute nicht mehr als eine Fußnote in der Geschichte der deutschen Stadtguerillas darstellt, erklärt er sich militärisch und politisch, ein bissl traurig scheint er aber dennoch darüber zu sein. Überhaupt wirkt der schlecht gekleidete und unfrisierte Mann mit Brille, weniger wie der kongeniale Drahtzieher einer Entführung, welche drei Generationen der RAF, sowie die Bewegung 2. Juni und diverses palästinensisches Gesindel für Jahrzehnte finanzierte, sondern eher wie der obdachlose, an einer Leberzirose zehrende Philosoph vom 24 Stunden Würstelstand nebenan.
Pitsch kam 1977 in Kontakt mit Aktivistinnen der Bewegung 2. Juni und stellte fortan eine Art Laufbursche zur konkurrierenden RAF dar. Am 9. November 1977 führte diese österreichische Bauernabteilung der Bewegung 2. Juni die Entführung des österreichischen Industriellen Walter Palmers durch und erbeutete dabei 31 Millionen Schilling/2,25 Millionen Euro. Das Geld versickert schnell, die Terroristen jedoch wurden schon kurz danach gefasst und Pitsch wurde 1978 zu fünf Jahren Haft verurteilt. Heute arbeitet Pitsch als Italien Korrespondent der ehemaligen HJ Zeitschrift altlinken Jungen Welt.
Am Beispiel Pitsch verdeutlicht sich der Wahnsinn dieser deutschen Terrorbewegungen einmal mehr eindrücklich. Am Mittwoch 02.05.07 war Pitsch zu Gast in der ORF Sendung Extrazimmer, einem belanglosen Club 2 Aufguß. Befragt, ob er denn die Mordattentate des deutschen Herbsts bereuen würde und ob er Palmers erschossen hätte, wenn kein Geld eingelangt wäre (Er bejahte diese Frage), meinte Pitsch "Jeder Angriff der RAF [Anmerkung: Hier ist die Royal Air Force gemeint] auf Dresden hat mehr Unschuldigen das Leben gekostet, als sämtliche Toten durch Terroristenattentate". Pitsch und Konsorten, welche theoretische nie über eine Verortung sämtlicher, selbst für Blindgänger wie sie erkennbarer, negativer und abstrakter Aspekte des Kapitalismus in den Personen der, um ihre Terminologie zu bemühen, "Großkapitalisten" hinauskamen, schickten sich in ihrem deutschen Herbst an, die antikapitalistische Naziideologie ihrer Väter fortzuführen. Ob im Juli 1976, als bei einem Gemeinschaftswerk von Pali-Terroristen, Revolutionären Zellen, RAF und Bewegung 2. Juni, ein Passagierflugzeug entführt wurde und sämtliche, von den deutschen Terroristen als jüdisch attributierte Passagiere aus selektiert wurden, oder schon Jahre zuvor, als Palästinensische Terroristen in München das Israelische Olympiateam massakrierten und dafür später von Meinhof literarisch gewürdigt wurden. Oder auch, in den zahllosen anderen Entführungen und Morden an so genannten "Großkapitalisten". Diese Aktionen verortete man natürlich moralisch als weit höher stehend, als die Befreiung Europas eben unter anderem durch die Royal Air Force. Nicht umsonst knüpften die Stadtguerillas da an, wo ihre Naziväter aufgehört hatten, im Kampf gegen Allierte und Juden in Deutschland.
Und Pitsch dieser Apologet des antikapitalistischen Judenhasses ergeilt sich noch heute an seiner "militärisch erfolgreichen" Aktion, welche es sowohl deutschen antisemitischen Killerkommandos, als auch ihren palästinensischen Pendants ermöglichte, weitere Morde zu begehen. Und für die Fortsetzung der Finanzierung des palästinensischen, islamofaschistischen Terrors sorgt längst die EU.
In ihrer Schrift "Rote Armee Fraktion – Die Aktion des Schwarzen September in München – Zur Strategie des antiimperialistischen Kampfes" schrieb Meinhoff:
Die Aktion des Schwarzen September hat das Wesen imperialistischer Herrschaft und des antiimperialistischen Kampfes auf eine Weise durchschaubar und erkennbar gemacht wie noch keine revolutionäre Aktion in Westdeutschland oder Westberlin."
Wie recht sie doch damit haben sollte.
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